KI entwirft Quantenschaltungen: Anthropics Claude unterbietet Rekorde bei der Gatterzahl
In einem 53-stündigen Experiment hat Claude Mythos 5 Bausteine für Quantenrechner entworfen, die mit deutlich weniger Rechenoperationen auskommen. Auf echter Hardware getestet wurden sie noch nicht.

Archivbild · Foto: QuEra Computing, Inc. / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Anthropic hat sein KI-Modell Claude Mythos 5 Schaltungen für künftige Quantencomputer entwerfen lassen. Das Experiment leitete der Forscher Andi Gu im Rahmen des STEM-Fellows-Programms von Anthropic, beteiligt waren Forschende der Harvard University und des Quantencomputer-Herstellers QuEra. Claude sollte acht Rechenbausteine aus Chemie, Physiksimulation, Optimierung und Zahlentheorie verbessern; ein automatischer Prüfer kontrollierte jeden Entwurf auf Korrektheit und bewertete den Aufwand.
Laut den Berichten übertraf Claude bei sieben der acht Aufgaben die besten veröffentlichten Entwürfe. Bei der achten, einer Schaltung für Rechnungen auf elliptischen Kurven, nahm es zwölf Prozent mehr Qubits in Kauf und kam dafür mit 17-mal weniger Gattern aus. Einen Decoder für das Verfahren Decoded Quantum Interferometry machte Claude laut AI Weekly rund zwölfmal schlanker als eine frühere Konstruktion von Google.
Die Schaltungen wurden rechnerisch überprüft, aber nicht auf einem physischen Quantencomputer ausgeführt; die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von der Fehlerkorrektur ab. Laut AI Weekly mussten die Forscher Claude zudem dazu bringen, grundlegend andere Lösungswege parallel zu erkunden.
