Luxus aus zweiter Hand boomt in China – westliche Marken geraten unter Druck
Chinesische Kunden kaufen Luxus zunehmend aus zweiter Hand. Der Gebrauchtmarkt für Luxuswaren wächst kräftig, während Häuser wie Louis Vuitton Läden schließen.

Archivbild · Foto: Heights / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
In China wächst der Markt für gebrauchte Luxuswaren, während das Neugeschäft schrumpft. Laut der Beratungsfirma Bain ging der Markt für persönliche Luxusgüter auf dem Festland 2024 um bis zu 19 Prozent zurück und 2025 um weitere drei bis fünf Prozent. Der Second-Hand-Markt legte 2025 dagegen um 15 bis 20 Prozent zu, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.
Das chinesische Institut Insight & Info Consulting beziffert den Umsatz mit gebrauchten Luxuswaren 2025 auf 38,4 Milliarden Yuan, umgerechnet 5,7 Milliarden Dollar, und erwartet bis 2030 mehr als 100 Milliarden Yuan. Im Shanghaier Geschäft Super Zhuanzhuan müssen Kunden schwarze Handschuhe tragen, um die Ware nicht zu berühren. Louis Vuitton schloss in zwei Jahren fünf Läden auf dem Festland, Galeries Lafayette im Mai sein Pekinger Kaufhaus.
Hinzu kommt ein Imageproblem: LVMH gewann einen Markenrechtsstreit gegen die Teehauskette Molly Tea wegen eines Blumenmusters, was im Netz Kritik auslöste. Der Konzern räumte eine „negative Wirkung“ ein. Chen Luo, Konsumanalyst der Bank of America, sagte, ausländische Marken müssten sehr hart daran arbeiten, relevant zu bleiben.
