Berlin --:--Sonntag, 18. Oktober 2026
LIVE
Leben & AlltagNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Leben & Alltag ·

Hochverarbeitete Lebensmittel: Studie findet häufiger stille Hirnschäden

Wer besonders viele hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat laut einer kanadischen Studie mit fast 9000 Teilnehmern um 40 Prozent höhere Chancen auf unbemerkte Hirnläsionen.

Symbolbild: Verpackte Snacks im Supermarktregal

Symbolbild · Foto: Zhungon Yaue SZLIJ Poau / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Eine Ernährung mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln geht einer kanadischen Studie zufolge mit mehr unbemerkten Schäden im Gehirn einher. Forschende des Population Health Research Institute der McMaster University werteten Daten von 8783 Erwachsenen zwischen 35 und 69 Jahren ohne bekannte Herzerkrankung aus. Die Arbeit erschien am 15. Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Network Open. Per MRT suchten die Forschenden nach stillen Hirninfarkten und Schäden an kleinen Blutgefäßen, die keine Symptome verursachen.

Teilnehmende mit dem höchsten Verzehr hatten laut der Studie um 40 Prozent höhere Chancen auf solche Läsionen als jene mit dem niedrigsten. Bei den stärksten Konsumenten machten hochverarbeitete Produkte rund 45 Prozent der täglichen Portionen aus, bei den geringsten 16 Prozent. Bei Frauen war der Zusammenhang ausgeprägter; diese Auswertung war allerdings nicht vorab geplant. Bei Gedächtnis- und Denktests zeigten sich kaum Unterschiede. „Ich hätte dieses Ergebnis offen gesagt nicht erwartet“, sagte Erstautor Russell de Souza.

Die Autoren betonen die Grenzen: Alle Werte wurden nur zu einem Zeitpunkt erhoben, die Studie zeigt daher einen Zusammenhang, aber keinen Beweis für eine Ursache. Die Ernährung wurde per Fragebogen erfasst, und Vielverzehrer hatten im Schnitt geringere Einkommen, bewegten sich weniger und hatten häufiger Diabetes. Längere Studien mit wiederholten MRT-Aufnahmen seien nötig, sagte de Souza; die Nachbeobachtung laufe. Die Ergebnisse sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

Mehr aus dem Ressort

← Leben & Alltag