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Quantencomputer und Welthandel: WTO-Diplomaten hören Warnung um Verschlüsselung

Bei einer Info-Runde in Genf warnten Fachleute, Quantenrechner könnten heutige Verschlüsselung in drei bis fünf Jahren brechen – mit Folgen für Zoll, Zahlungen und E-Signaturen.

Archivbild: Konferenzzentrum CICG in Genf während einer WTO-Ministerkonferenz

Archivbild · Foto: United States Mission Geneva / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

Bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf haben sich Handelsdiplomaten in der vergangenen Woche in einer einstündigen „Quantum 101“-Sitzung über Quantentechnologie informieren lassen. Organisiert wurde sie von den Ständigen Vertretungen Israels, Singapurs und der Schweiz, wie The Quantum Insider berichtet. Der ETH-Physiker Klaus Ensslin, Präsident der Schweizer Nationalen Quantenkommission, nannte Schätzungen von drei bis fünf Jahren, bis ein Quantenrechner heutige Verschlüsselung brechen könnte. Quantenrechner würden klassische Computer aber nicht ersetzen.

Die Investorin Miriam Shtilman-Lavsovski (Tal Ventures) verwies darauf, dass der Handel bei elektronischen Signaturen, Akkreditiven, Zoll und Zahlungen auf Verschlüsselung angewiesen ist: „Handel beruht auf Vertrauen, und Vertrauen beruht auf Verschlüsselung.“ Sie warnte vor dem Prinzip „Jetzt sammeln, später entschlüsseln“ und vor einer „Quantenkluft“ zwischen Ländern. Nach ihren Angaben haben Regierungen mehr als 60 Milliarden Dollar für Quantentechnik zugesagt, 75 Prozent davon aus fünf Ländern; 90 Prozent der Quantenpatente stammen aus elf Ländern.

Kwok Yan Lam von der Nanyang Technological University in Singapur betonte, der Handel brauche eine gemeinsame Definition von „quantensicher“, um an die Bankensysteme anzuschließen. Andy Leaver, Chef des Sicherheitsunternehmens Arqit, verwies auf eine US-Verordnung vom Juni 2026, die wichtige Bundessysteme bis Dezember 2030 auf Post-Quanten-Kryptografie umstellen soll. Der Schweizer WTO-Vizebotschafter Hervé Lohr nannte Dienstleistungen, technische Handelshemmnisse und Lieferkettensicherheit als mögliche Themen für die WTO.

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