Chips Act 2.0: Europas Quantenbranche fordert eigene Fabriken für Quantenchips
Das Industriekonsortium QuIC warnt, Europas Quantenfirmen hingen bei der Chipfertigung von Bedingungen außerhalb der EU ab. Es verlangt Nachbesserungen am neuen EU-Chipgesetz.

Symbolbild · Foto: FMNLab / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Europäische Quantenindustrie-Konsortium QuIC hat ein Positionspapier zum Vorschlag der EU-Kommission für einen Chips Act 2.0 vorgelegt. Darin begrüßt der Verband, dass Quantenchips und sechs europäische Pilotlinien – von supraleitenden über photonische bis zu Ionenfallen-Systemen – berücksichtigt werden. Es fehlten aber eigene Instrumente, um die Fertigung vom Prototyp auf industriellen Maßstab zu bringen. Das Papier bezieht sich auf den Kommissionsvorschlag mit dem Aktenzeichen COM(2026) 504.
Die meisten europäischen Quanten-Hardwarefirmen hätten keine eigenen Fabriken, heißt es in dem Papier. Ihr Zugang zu kommerzieller Fertigung hänge daher von freiwilligen, widerrufbaren Bedingungen ab, die außerhalb der Union festgelegt würden. Als Beispiele für die Konkurrenz nennt QuIC IBM, das über zehn Milliarden Dollar in Quanteninitiativen steckt, sowie IonQ, das den US-Chipfertiger SkyWater übernommen hat. QuIC empfiehlt unter anderem, Quanten-Fabriken den Status strategischer Projekte zu geben, einen geförderten Fahrplan für gemeinsame Testwafer von Start-ups einzuführen und gemeinsame Einrichtungen für Tests bei extremer Kälte zu finanzieren. Zudem solle der Chips Act eng mit dem geplanten EU-Quantengesetz abgestimmt werden.
