Polen: Festnahme nach mutmaßlichem Anschlagsplan gegen Premier Tusk
Ein Mann in den Sechzigern wurde in Niederschlesien gefasst. Er soll einen Angriff auf Donald Tusk und Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz geplant haben.

Archivbild · Foto: Polish presidency of the Council of the EU 2025 / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die polnische Polizei hat am Sonntag einen Mann festgenommen, der einen Angriff auf Ministerpräsident Donald Tusk geplant haben soll. Innenminister Marcin Kierwiński gab die Festnahme bekannt. Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters in den Sechzigern und wurde in Niederschlesien gefasst; Ermittler kamen ihm demnach über Material auf die Spur, das er im Internet veröffentlicht hatte. Sein Name wurde nicht veröffentlicht. Die Warnung betraf auch Verteidigungsminister und Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz.
Zuvor waren Polizei, Staatsschutzdienst und Vertreter des Innenministeriums am Sonntagvormittag zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Jacek Dobrzyński, Sprecher der Geheimdienste, sagte laut Al Jazeera, man behandle die Informationen als „ernst“. Tusk bestätigte die Festnahme auf X und dankte der Polizei für ihr schnelles Handeln.
Zu Motiv, Vorgehen und möglichen Hintermännern machten die Behörden zunächst keine Angaben, auch zu einer Anklage war nichts bekannt. Polen ist derzeit in erhöhter Alarmbereitschaft: Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP gab es zuletzt drei Angriffe an Schulen in der Woiwodschaft Masowien binnen vier Tagen. Eine Verbindung zu dem Fall stellten die Behörden nicht her. Tusk hatte im September vor verstärkten hybriden Angriffen Russlands gewarnt; Moskau bestreitet solche Pläne.
