Frankreich: Glucksmann gewinnt Vorwahl der Sozialdemokraten mit 66 Prozent
Der Europaabgeordnete setzt sich schon im ersten Wahlgang klar gegen PS-Chef Olivier Faure durch. Rund 120.000 Menschen stimmten online ab – trotz eines Cyberangriffs.

Archivbild · Foto: Mathieu Delmestre / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Raphaël Glucksmann zieht als Kandidat der französischen Sozialdemokraten in den Präsidentschaftswahlkampf 2027. Der Europaabgeordnete und Chef der Partei Place publique gewann die Vorwahl am Sonntag bereits im ersten Wahlgang mit rund 66 Prozent der Stimmen, wie Euronews unter Berufung auf die Organisatoren berichtete. Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei (PS), Olivier Faure, kam auf etwa 14 Prozent, die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal auf weniger als acht Prozent. Jérôme Guedj und Emmanuel Maurel erreichten jeweils knapp sechs Prozent.
Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich mehr als 120.000 Menschen, rund 86 Prozent der Registrierten. Abgestimmt wurde ausschließlich online. Nach einem Cyberangriff, der die Plattform am Freitag verlangsamte, wurde die Wahl bis Sonntag 18 Uhr verlängert. Glucksmann schrieb auf X, eine Linke, die ihren Werten treu bleibe, könne sich vereinen, regieren und gewinnen. „Wir sind hier, um die Präsidentschaftswahl zu gewinnen“, sagte er laut Euronews.
Offen ist das Verhältnis zur PS, deren Apparat Glucksmann für den Wahlkampf braucht, die aber weiter von Faure geführt wird, wie das Portal The French Dispatch analysiert. Faures Lager hatte eher auf Bündnisse mit La France insoumise gesetzt, der Partei von Jean-Luc Mélenchon. In einer Ifop-Umfrage vom 30. September lag Glucksmann für den ersten Wahlgang auf Platz vier. Er selbst schrieb, sein Sieg gebe ihm „keine Rechte“.
