Gaza: UN-Menschenrechtsbüro warnt vor neuen Vertreibungen
Laut OHCHR rücken israelische Truppen über die „Gelbe Linie“ vor und drängen Palästinenser in einen immer kleineren Teil des Küstenstreifens. Eine israelische Stellungnahme liegt nicht vor.

Archivbild · Foto: Abedallah Alhaj / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 igo (zugeschnitten und skaliert)
Das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR) hat am Freitag erklärt, israelische Truppen vertrieben Palästinenser immer wieder in einen schrumpfenden Teil des Gazastreifens. In den vergangenen zwei Wochen sei das Militär westwärts über die sogenannte „Gelbe Linie“ vorgerückt, was neue Vertreibungen in Schudschaija, Gaza-Stadt, im Osten von Bureidsch, Deir al-Balah und al-Maghasi ausgelöst habe. Israelische Truppen „scheinen die gelbe Linie als Todeszone zu behandeln“, so das OHCHR.
Der Leiter des Büros für die besetzten palästinensischen Gebiete, Ajith Sunghay, nannte den „Albtraum der Vertreibung“ „akut und chronisch“. Laut OHCHR hat das israelische Militär das Ziel genannt, sein militärisches Einsatzgebiet auf 70 Prozent des Gazastreifens auszuweiten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden seit der Waffenruhe vom 11. Oktober 2025 mindestens 1574 Menschen getötet. Eine israelische Stellungnahme wird in dem Bericht nicht zitiert.
