VW will 12.000 weitere Stellen streichen – IG Metall spricht von Wortbruch
Volkswagen plant bis 2030 zusätzlichen Stellenabbau über Transfergesellschaften. Die Tarifrunde für 130.000 Beschäftigte beginnt am 24. November – ab Januar sind Warnstreiks möglich.

Symbolbild · Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bei Volkswagen zeichnet sich ein harter Tarifkonflikt ab. Der Konzern will bis 2030 rund 12.000 weitere Arbeitsplätze abbauen – zusätzlich zu den mehr als 35.000 Stellen, die Ende 2024 vereinbart worden waren. Dafür sollen neben freiwilligen Austrittsprogrammen auch staatlich geförderte Transfergesellschaften genutzt werden, in die Beschäftigte freiwillig wechseln können. Die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 bleibe bestehen, betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen, erklärte VW.
Die IG Metall spricht von „tarifpolitischem Wortbruch“. Bezirksleiter Thorsten Gröger sagte laut Der Aktionär: „Bevor die Beitragszahler einspringen, sind die Aktionäre in der Pflicht.“ Er warnte vor einem Konflikt, der „größer als alles, was dieser Konzern jemals erlebt hat“ werden könne. Die Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Lohn und verlangt, dass VW die Kündigung von zehn Tarifverträgen – etwa zu Arbeitszeit, Urlaub und Zulagen – zurücknimmt. VW will dagegen rasch Kosten senken. „Seit dem Zukunftstarifvertrag 2024 hat sich die wirtschaftliche Situation drastisch verschlechtert“, sagte Markenpersonalvorstand Arne Meiswinkel.
Die erste Verhandlungsrunde für den Haustarif mit rund 130.000 Beschäftigten an neun Standorten ist für den 24. November in Emden angesetzt, die zweite für den 15. Dezember in Zwickau. Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember; danach wären Warnstreiks möglich. Die Tarifrunde 2024 hatte fünf Verhandlungsrunden und Warnstreiks gebraucht.
