Bis zu 14 Jahre Haft für Kabelsabotage: London will Seekabel besser schützen
Über Unterseekabel laufen rund 99 Prozent der internationalen Daten Großbritanniens. Die Regierung will die teils 140 Jahre alten Schutzgesetze deutlich verschärfen.

Symbolbild · Foto: ITookSomePhotos / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Wer Unterseekabel oder -pipelines vorsätzlich beschädigt, soll in Großbritannien künftig mit bis zu 14 Jahren Haft und unbegrenzten Geldstrafen rechnen müssen. Das sieht ein Weißbuch der Regierung vor, das eine zwölfwöchige öffentliche Konsultation eröffnet. Die bisherigen Regeln sind teils 140 Jahre alt. Über Glasfaserkabel am Meeresboden laufen nach Regierungsangaben rund 99 Prozent der internationalen Daten des Landes, über Pipelines 74 Prozent des Gases.
Neben neuen Straftatbeständen sollen Betreiber von Seekabeln Sicherheits- und Resilienzpflichten erfüllen. Der zuständige Minister soll zudem Kabel- und Reparaturfirmen aus Gründen der nationalen Sicherheit Anweisungen erteilen dürfen. Ein eigenes Regelwerk ist für Sensortechnik geplant, die Glasfaserkabel etwa zur Überwachung nutzt. „Unterseekabel transportieren die Energie und die Daten, auf die unser Land jeden Tag angewiesen ist“, sagte Sicherheitsminister Dan Jarvis.
Die meisten Kabelschäden entstehen laut Regierung durch Unfälle mit Ankern oder Schleppnetzen, Umwelteinflüsse oder technische Defekte. Verdächtige Aktivitäten rund um die Infrastruktur nähmen aber zu, berichtet das UK Defence Journal. Im April hatten die britischen Streitkräfte eine verdeckte russische U-Boot-Operation in der Nähe von Unterseeinfrastruktur öffentlich gemacht.
