Merz besucht Chipforscher in Frankfurt (Oder) – Oberbürgermeister fühlt sich übergangen
Beim Besuch des Leibniz-Instituts IHP lobte der Kanzler die deutsche Forschung. Oberbürgermeister Strasser und die örtliche CDU kritisieren, nicht einbezogen worden zu sein.

Archivbild · Foto: Ice Boy Tell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Freitagvormittag das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder) besucht. Laut dem Terminkalender des Kanzlers traf er dort Leibniz-Präsident Christoph M. Schmidt und IHP-Geschäftsführer Gerhard Kahmen und besichtigte die Labore. Wissenschaftler zeigten ihm, wie Mikrochips aus Silizium für die Industrie hergestellt werden. „Unsere Forschung ist international spitze. Wir können mithalten“, sagte Merz nach Angaben der dpa. Die Einladung hatte die Leibniz-Gemeinschaft nach eigenen Angaben bereits im Februar ausgesprochen.
Für Verstimmung sorgte, dass Oberbürgermeister Axel Strasser (parteilos) nicht dabei war. Nach Angaben eines Sprechers war er nicht eingeladen worden. Strasser hätte dem Kanzler gern auch andere Seiten der Stadt gezeigt und über Jugendgewalt, Migration, Personalmangel an Schulen, Gesundheitsversorgung und Bürokratie gesprochen. Zudem kritisierte er, dass Kommunen immer mehr Aufgaben ohne gesicherte Finanzierung übernehmen müssten. Auf Instagram schrieb er: „Ich hätte dem Kanzler davon gern persönlich berichtet. Ein kurzes Gespräch hätte für einen ersten Eindruck gereicht.“ Und weiter: „Der Kanzler war da. Irgendwie.“ Zugleich betonte er: „Die Einladung steht.“
Auch der CDU-Kreisverband zeigte sich nach einem Bericht der „Märkischen Oderzeitung“ enttäuscht, weil er über den Besuch nicht informiert worden sei. Kreisvorsitzende Désirée Schrade sagte, es wäre wichtig, der Mitgliedschaft zu signalisieren, „dass man sie sieht und wertschätzt“. Das Bundespresseamt äußerte sich auf Anfrage bis zum Nachmittag nicht zu der Kritik.
