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AfD-Leak: Datei mit mehr als 24.000 Einträgen über mutmaßliche Gegner

Laut taz enthält das gehackte Material eine Excel-Liste mit Namen und Adressen vermeintlicher Antifaschisten sowie eine Medienliste vom Bundesparteitag 2017.

Archivbild: Bundesparteitag der AfD in Köln, April 2017

Archivbild · Foto: Olaf Kosinsky / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de (zugeschnitten und skaliert)

In den geleakten Daten der AfD finden sich nach Recherchen der „taz“ Listen über politische Gegner und Journalisten. Eine anonyme Hackergruppe hatte in dieser Woche mehr als 400.000 E-Mails sowie Tausende Bilder und Dokumente veröffentlicht. Betroffen sind laut taz elf Postfächer, darunter die von Alexander Gauland und von Leif-Erik Holm, Co-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern. Der Datensatz umfasst mehr als 280 Gigabyte und reicht von März 2013 bis September 2026. Die IT-Expertin Lilith Wittmann hält die Daten vorerst für authentisch; der „Spiegel“ berichtete, Teile seien bestätigt.

Besonders brisant ist laut taz eine Excel-Datei mit 24.521 Einträgen, darunter Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. In der Korrespondenz sprach ein Sprecher der NRW-AfD demnach von 2.000 Namen. Ob die erfassten Personen tatsächlich Antifaschisten sind, konnte die Zeitung nicht überprüfen. Zudem diskutierten Funktionäre beim Bundesparteitag 2017 in Hannover dem Bericht zufolge, wie mit einem Fotografen umzugehen sei, der sich als „Bild“-Fotograf ausgegeben habe; sein Name sei auf einer Medienliste rot markiert gewesen. Journalisten von SWR, „Milano Finanza“ und DuMont seien dort als linke Aktivisten geführt worden.

Die Mails dokumentieren laut taz auch Parteiausschlussverfahren wegen NS-Symbolik, etwa gegen ein früheres Mitglied, das an einem AfD-Stand eine Fahne mit Hakenkreuz-Symbolik verkauft haben soll. Auch der Machtkampf in der NRW-AfD zwischen Landeschef Martin Vincentz und dem Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich spiegelt sich in dem Material; das Bundesschiedsgericht hatte Helferichs Ausschluss im Sommer aufgehoben. Eine offizielle Stellungnahme der Partei zu den Funden enthält der Bericht nicht. Die AfD hat wegen des Datenabflusses nach Angaben von t-online Strafanzeige erstattet.

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