Nestlé wächst schneller – Russland-Geschäft kostet rund 1,4 Milliarden Franken
Der Lebensmittelkonzern steigert das organische Wachstum im dritten Quartal auf 4,0 Prozent und bestätigt die Jahresziele. Das unter Fremdverwaltung gestellte Russland-Geschäft wird ausgebucht.

Archivbild · Foto: Robert Cutts from Bristol, England, UK / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat sein Wachstum im dritten Quartal beschleunigt. Das organische Umsatzplus, also ohne Währungs- und Übernahmeeffekte, stieg nach Unternehmensangaben auf 4,0 Prozent nach 3,7 Prozent im Vorquartal. Getragen wurde es vor allem von höheren Absatzmengen: Die sogenannte reale interne Entwicklung lag bei 2,8 Prozent, Preiserhöhungen trugen 1,1 Prozentpunkte bei. Laut Quartz übertraf Nestlé damit die Erwartungen der Analysten.
In den ersten neun Monaten setzte der Konzern 65,87 Milliarden Franken um und damit praktisch so viel wie im Vorjahr. Schwellenländer wuchsen im Quartal organisch um 6,8 Prozent, Industrieländer um 2,2 Prozent, Europa nur um 1,2 Prozent. Für 2026 hält Nestlé an einem organischen Wachstum von drei bis vier Prozent fest. „Unsere Umsetzung sorgt für stärkeres Wachstum“, erklärte Konzernchef Philipp Navratil laut Mitteilung.
Belastet wird die Bilanz vom Russland-Geschäft. Es wurde nach Konzernangaben unter vorübergehende externe Verwaltung gestellt und wird seit Ende September nicht mehr konsolidiert. Nestlé bucht dafür rund 1,6 Milliarden Franken Nettovermögen aus; hinzu kommt ein nicht zahlungswirksamer Aufwand von etwa 1,4 Milliarden Franken aus Währungsumrechnung. Auf Russland entfielen zuletzt rund zwei Prozent des Konzernumsatzes.
