Zwei Drittel weniger Langzeit-Visa für Russen – Linke kritisiert Kurs
Seit Kriegsbeginn erteilt Deutschland Russen deutlich weniger Visa für längere Aufenthalte. Die Linken-Abgeordnete Clara Bünger hält das restriktive Vorgehen für falsch.

Archivbild · Foto: Denghu at English Wikipedia / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Deutschland erteilt russischen Staatsangehörigen seit Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich weniger Visa für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen. Wie die Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger berichtet, ging die Zahl der nationalen Visa um rund zwei Drittel zurück: von etwa 13.000 im Jahr 2022 auf voraussichtlich rund 4.500 bis Ende 2026. Bei Arbeits- und Familienvisa, 2022 noch rund 4.550, beträgt der Rückgang demnach mehr als 90 Prozent; bei Studienvisa rechnet die Regierung mit einem Minus von etwa 40 Prozent.
Nicht enthalten sind Visa für humanitäre Aufnahmen und für besonders gefährdete Personen. Davon zu unterscheiden sind Schengen-Visa, etwa für Touristen, für Aufenthalte bis zu 90 Tagen. Bünger vermutet, dass die Deutsche Botschaft in Moskau Anträge wegen des Krieges restriktiver bescheidet, und hält diesen Kurs für grundsätzlich falsch. Nach ihren Angaben erhält sie zahlreiche Zuschriften von Menschen in Russland, die den Krieg ablehnen und mit dem repressiven Klima im Land nicht mehr zurechtkommen.
