Kim Yo-jong droht Seoul mit Lautsprechern und Waffen – Lee will Kriegskommando zurück
Nordkorea spricht von einer „ernsten Lage“ an der Grenze und erwägt mehr taktische Waffen. Südkoreas Präsident Lee fordert die frühe Rückgabe des Oberbefehls im Kriegsfall von den USA.

Archivbild · Foto: U.S. Department of State from United States / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong-un, hat Südkorea mit neuen militärischen Schritten an der Grenze gedroht. An der Südgrenze herrsche eine „ernste Lage“, erklärte sie laut der Staatsagentur KCNA am Montag. Pjöngjang erwäge, mehr „taktische Schlagmittel“ zu stationieren und die Propaganda-Lautsprecher wieder einzuschalten. Sie warf südkoreanischen Soldaten vor, zwischen dem 1. August und 17. Oktober 2870 Warndurchsagen und 201 Warnschüsse abgegeben zu haben.
Seouls Verteidigungsministerium erklärte, Warndurchsagen erfolgten bei Bedarf über kleine Lautsprecher an Wachposten, nicht über die im Juni abgeschalteten Großanlagen. Nach südkoreanischen Angaben überquerten nordkoreanische Soldaten im August und September rund 50 Mal die Demarkationslinie. Eine Untersuchung Seouls und des UN-Kommandos kam zu dem Schluss, dass nordkoreanische Minen im September drei südkoreanische Soldaten verletzten; Pjöngjang bestreitet das.
Präsident Lee Jae-myung forderte am Montag eine frühe Übergabe des Oberbefehls über südkoreanische Truppen im Kriegsfall, der bislang bei den USA liegt. Südkorea sei „ausreichend fähig“, ihn zu übernehmen, die Gespräche liefen „im Grunde gut“. Seine Regierung will das Kommando vor Ende seiner Amtszeit 2030 zurück. US-Kommandeur Xavier Brunson hatte zuvor erklärt, die „Bedingungen haben sich geändert“.
