Gaza vor dem Winter: Welternährungsprogramm streicht 500.000 Menschen die Hilfe
Wegen fehlender Mittel halbiert das WFP die Rationen und erreicht nur noch 1,1 statt 1,6 Millionen Menschen. Gazas Medienbüro spricht von einer „katastrophalen“ Entscheidung.

Archivbild · Foto: Jaber Jehad Badwan / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) kürzt wegen Geldmangels seine Lebensmittelhilfe im Gazastreifen drastisch. Rund 500.000 Menschen verlieren ihre monatliche Unterstützung; statt 1,6 Millionen erreicht das WFP künftig noch 1,1 Millionen. Die Rationen werden halbiert, die Bargeldhilfe für 75.000 Familien gekürzt. Die Zahl der täglichen warmen Mahlzeiten sinkt von 250.000 auf 150.000.
„Wir gehen jetzt in den Winter, und ich bin wirklich besorgt“, sagte der amtierende WFP-Chef Carl Skau dem australischen Sender ABC. Er verwies auf Finanzierungslücken, Umfang und Kosten des Einsatzes sowie wachsenden Bedarf in anderen Krisen. Das WFP benötigt nach eigenen Angaben dringend 450 Millionen Dollar für die kommenden sechs Monate für Gaza und das Westjordanland.
Rund 1,4 Millionen Menschen in Gaza sind nach WFP-Angaben von krisenhafter Ernährungsunsicherheit oder Schlimmerem betroffen. Das Regierungsmedienbüro in Gaza nannte die Kürzung „katastrophal“. Die israelische Militärbehörde COGAT erklärte dagegen, Gaza sei „mit humanitärer Hilfe und Lebensmitteln überflutet“.
