Drohnenangriff auf Markt in Abyei: Südsudan bestellt Sudans Botschafter ein
Getroffen wurden laut Berichten Treibstofflager und Tanklaster. Juba spricht von zivilen Opfern; Berichte über Dutzende Tote sind nicht amtlich bestätigt. Khartum schweigt bislang.

Archivbild · Foto: Sudan Envoy / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Südsudan hat nach einem Drohnenangriff auf einen Markt in der umstrittenen Region Abyei den sudanesischen Botschafter in Juba einbestellt. Das Außenministerium äußerte „scharfen Protest und tiefe Besorgnis“. Die Drohnen, die mutmaßlich der sudanesischen Armee gehören, trafen am Montag nach Berichten einen Markt nördlich der Stadt Abyei. Ziel sollen Treibstofflager und Lastwagen gewesen sein, die Treibstoff aus Südsudan nach Darfur bringen.
Nach Angaben Jubas gab es „zivile Opfer, Verletzte und erhebliche Sachschäden“. Berichte über 73 getötete Zivilisten sind nach Angaben der Sudan Tribune nicht offiziell bestätigt. Südsudan forderte Khartum auf, Zivilisten nicht zu gefährden und Fragen zu Abyei auf diplomatischem Weg zu klären. Die sudanesische Regierung äußerte sich zunächst nicht.
Der Markt ist ein wichtiger Umschlagplatz für Treibstoff, Lebensmittel, Baumaterial und Medikamente auf dem Weg aus Südsudan nach Kordofan und Darfur. Seit Beginn der Kämpfe zwischen Armee und RSF im April 2023 hat der Handel dort deutlich zugenommen.
