Staatliche Office-Alternative openDesk: Anbieter kommt mit der Nachfrage nicht hinterher
Das Zentrum für Digitale Souveränität hat Lizenzen für 200.000 Arbeitsplätze verkauft, musste aber viele Anfragen ablehnen. Jetzt sollen IT-Dienstleister den Vertrieb übernehmen.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Die Open-Source-Bürosoftware openDesk der öffentlichen Verwaltung ist stärker gefragt, als ihr Anbieter bewältigen kann. Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) hat nach einem Bericht von Golem, der sich auf das „Handelsblatt“ beruft, Lizenzen für 200.000 Arbeitsplätze verkauft. Im vergangenen Jahr habe es jedoch den Großteil der Anfragen ablehnen müssen. „Mit unserer bisherigen Aufstellung konnten wir die enorme Nachfrage nicht bedienen“, sagte Co-Geschäftsführer Leonhard Kugler.
Bisher hat ZenDiS openDesk selbst vertrieben, das würde nun zu viel Personal erfordern. Deshalb verkaufen künftig IT-Dienstleister die Software über ein Partnerprogramm. Genannt werden B1 Systems, Dachs IT und Schwarz Digits; Deutsche Telekom, Ionos und Bechtle sollen folgen. Auch Microsoft und SAP setzen auf solche Dienstleistermodelle.
Die Nachfrage stieg dem Bericht zufolge unter anderem, nachdem eine internationale Gerichtsinstitution wegen US-Sanktionen Microsoft Office nicht mehr nutzen konnte und auf openDesk umstieg. „Souveränität wird immer mehr zu einem Beschaffungskriterium“, sagte Thilo Zelt von Capgemini Invent.
