Bulgarien: 19 von 32 Lebensmitteln im Großhandel teurer – Streit um Preisaufschläge
Gemüse treibt die Großhandelspreise laut Börsenkommission. Ein Ökonom errechnet Aufschläge von über 100 Prozent bei Milch, die Milchverarbeiter weisen Vorwürfe zurück.

Symbolbild · Foto: Unknown authorUnknown author / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Fast 60 Prozent der Lebensmittel im Großhandel sind binnen einer Woche teurer geworden – 19 von 32 Produkten im Warenkorb, berichtete der Sender BNT unter Berufung auf die staatliche Kommission für Warenbörsen und Großmärkte (DKSBT). Der Großmarktpreisindex stieg um 0,51 Prozent auf 2,355 Punkte. Am stärksten verteuerten sich Zucchini (plus 11,62 Prozent auf 0,98 Euro je Kilo), Kopfsalat (plus 9,86), Kartoffeln (plus 8,25) und grüne Paprika (plus 6,62). Billiger wurden Zitronen (minus 4,79 Prozent), Linsen und Trauben.
Schterjo Noscharow von der Sofioter Wirtschaftsuniversität UNSS rechnete vor, dass die Herstellung eines Liters Milch mit 3 Prozent Fett rund 0,46 Euro kostet, Frischmilch aber für etwa 1,05 bis 1,21 Euro verkauft wird – Aufschläge von mehr als 100 Prozent. Die Verteuerung komme aus der ganzen Lieferkette, nicht nur vom Handel.
Der Vorsitzende des Verbands der Milchverarbeiter, Dimitar Sorow, wies die Vorwürfe zurück: Es könne nicht sein, dass die Preise der Lieferanten nicht steigen. Die Höhe seiner Aufschläge legt der Verband nicht offen. Die Spritpreise an den Tankstellen blieben in der Woche unverändert.
