Auschwitz-Überlebender Hermann „Mano“ Höllenreiner mit 92 Jahren gestorben
Der Münchner Sinto wurde als Neunjähriger deportiert und überlebte drei Konzentrationslager. Spät im Leben wurde er zu einem wichtigen Zeitzeugen – 2013 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Archivbild · Foto: Oleg Yunakov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Holocaust-Überlebende Hermann Höllenreiner, genannt „Mano“, ist tot. Er starb nach Angaben des Hanser Verlags und des Internationalen Auschwitz Komitees am 16. Oktober im Alter von 92 Jahren in Mettenheim bei Mühldorf am Inn im Kreis seiner Familie.
Höllenreiner stammte aus einer großen Münchner Sinti-Familie und wurde mit neun Jahren deportiert. Er überlebte Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück und Sachsenhausen und konnte im Januar 1945 als Elfjähriger von einem Todesmarsch fliehen. Nach Kriegsende lebte er zunächst in Frankreich und fand Ende 1946 seine Familie in München wieder.
„Erst spät in seinem Leben begann er zu erzählen“, sagte Christoph Heubner vom Internationalen Auschwitz Komitee. Karl Freller von der Stiftung Bayerische Gedenkstätten sagte: „Mit Hermann ‚Mano‘ Höllenreiner verlieren wir eine wichtige Stimme der Sinti und Roma.“
