Brand an Starlink-Antennen bei Sofia: EU-Haftbefehl gegen zwei junge Deutsche
Zwei junge Deutsche sollen am 9. Oktober Antennen am Teleport Plana angezündet haben. Das Stadtgericht Sofia billigte einen EU-Haftbefehl – die Verteidigung bestreitet den Verdacht und legt Beschwerde ein.

Symbolbild · Foto: Odapresste / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das Stadtgericht Sofia hat am Montag einen Europäischen Haftbefehl gegen zwei junge deutsche Staatsbürger gebilligt, die den Brand an Starlink-Antennen am Teleport Plana südlich der Hauptstadt gelegt haben sollen. Die beiden Beschuldigten, laut Ausweisen Jahrgang 2007, waren am 14. Oktober in Abwesenheit angeklagt worden. Im Fall einer Verurteilung drohen drei bis zwölf Jahre Haft; die Entscheidung ist binnen drei Tagen anfechtbar.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft reisten die beiden am 9. Oktober nach eigenen Angaben als Touristen über den Grenzübergang Kalotina ein und verließen das Land noch am selben Abend Richtung Serbien. Gegen 22:25 Uhr sollen sie, mit Handschuhen und Masken, Feuer gelegt haben: Drei Antennen brannten bis zum Fundament nieder, weitere wurden beschädigt. Deutsche Behörden kennen ihren Aufenthaltsort laut BTA nicht.
Die Pflichtverteidiger bestreiten, dass die beiden die Täter sind, und wollen Beschwerde einlegen. Auf Fotos sei nur das Auto mit deutschem Kennzeichen zu sehen, nicht die Beschuldigten selbst, argumentierte einer von ihnen. Das Gericht sah dennoch einen begründeten Verdacht. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung; ein Motiv nannten die Ermittler nicht.
