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Portugal: Zehntausende marschieren in Lissabon gegen Wohnungsnot und Teuerung

Die Gewerkschaft CGTP sprach von „vielen Zehntausenden“. Hauspreise haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt. Die Regierung will den „Rufen der Straße“ nicht nachgeben.

Archivbild (2019): Demonstration mit Transparent für würdiges Wohnen auf der Avenida da Liberdade in Lissabon

Archivbild · Foto: Pedro Ribeiro Simões from Lisboa, Portugal / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

In Lissabon haben am Samstag nach Angaben der größten Gewerkschaft CGTP „viele Zehntausende“ Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Wohnungskrise demonstriert. Sie füllten eine der Hauptstraßen der Hauptstadt; die Polizei nannte keine Teilnehmerzahl. Der Marsch erhöht den Druck auf die Mitte-rechts-Regierung. Von Ausschreitungen wie in Frankreich, Belgien oder Italien berichteten Reuters und Al Jazeera nicht. Bereits in den Tagen zuvor hatten Wohnungsaktivisten in Porto ein Zeltlager errichtet, das die Polizei am Montag vor Tagesanbruch räumte.

Hintergrund sind nach Reuters-Angaben stark gestiegene Kosten: Die Inflation lag im September bei 3,6 Prozent, getrieben von Lebensmitteln und Kraftstoff, der sich binnen eines Jahres um 15 Prozent verteuerte. Die Hauspreise haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt, Mieten bei Neuverträgen fast ebenso. Eine 26-jährige Doktorandin mit rund 1300 Euro Stipendium berichtete Reuters, ihre Miete von 716 Euro könne bei Verlängerung auf über 1200 Euro steigen. Ein 62-jähriger Lehrer nannte die Führung des Landes „realitätsfern“.

Parlamentsminister Carlos Abreu Amorim hatte bereits am Freitag erklärt, die Regierung werde den „Rufen der Straße“ nicht nachgeben. Er verwies darauf, dass konkrete Maßnahmen gegen die Probleme bereits umgesetzt würden.

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