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Albanien: Polizei setzt erstmals Gummigeschosse ein – 167 Festnahmen in fünf Tagen

Am fünften Protesttag eskalierte die Lage vor dem Bildungsministerium in Tirana. Sieben Polizisten wurden wegen mutmaßlich übermäßiger Gewalt suspendiert.

Symbolbild: Außenbereich des Bildungsministeriums in Tirana

Symbolbild · Foto: Afiller329 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Proteste gegen die Regierung von Edi Rama haben sich am Samstag weiter verschärft. Vor dem Bildungsministerium in Tirana warfen Demonstranten, darunter viele Schüler und Studierende, Steine auf Polizisten. Die Polizei antwortete mit Tränengas, zwei Wasserwerfern und Schlagstockeinsätzen und setzte nach AFP-Angaben erstmals seit Beginn der Proteste Gummigeschosse ein. Polizeichef Skender Hita bestätigte deren Einsatz „in begrenztem Umfang“. Protestierende warfen auch Brandsätze und Feuerwerkskörper und errichteten brennende Barrikaden. In der Hafenstadt Durrës beschädigten Demonstranten laut lokalen Medien ein Postamt.

Nach Angaben Hitas wurden in den fünf Tagen der Unruhen 167 Menschen festgenommen und 132 Polizisten verletzt. Das Gesundheitsministerium meldete für Samstag neun behandelte Demonstranten und vier Polizisten. Sieben Beamte wurden suspendiert, bis Vorwürfe der Überschreitung ihrer Befugnisse geprüft sind. Die Studierenden fordern bessere Bildung, niedrigere Gebühren und Jobperspektiven; die breitere Bewegung, die als Protest gegen ein mit Jared Kushner verbundenes Luxustourismusprojekt begann, verlangt inzwischen Ramas Rücktritt.

Rama, seit 2013 im Amt, lehnt einen Rücktritt ab. Er besuchte beschädigte Geschäfte, sagte zu, den Studierenden zuzuhören und ihr Demonstrationsrecht zu schützen, nannte vermummte Randalierer jedoch Kriminelle und warf der konservativen Opposition vor, die Gewalt anzustacheln. In einer Videobotschaft sagte er, seine Verantwortung sei es, „unsere Bürger zu schützen, Gerechtigkeit zu garantieren und Albanien voranzubringen“.

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