Krankenkassen-Betrug in Plowdiw: Tasche mit Patientenausweisen sollte verschwinden
Bei der Razzia in der Uniklinik „Sw. Georgi“ fanden Ermittler 15 leere Betten für 15 angeblich stationäre Patienten. Der Staatsanwalt spricht von versuchter Beweisvernichtung.

Symbolbild · Foto: Община Пловдив / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Neue Details zum mutmaßlichen Betrug an der Nationalen Krankenkasse (NZOK) in Plowdiw: Während der Aktion von Polizei und Staatsanwaltschaft in der Universitätsklinik „Sw. Georgi“ hat jemand versucht, eine Tasche mit Personalausweisen von Patienten aus dem Gebäude zu bringen. Der aufsichtführende Staatsanwalt Dimitar Pehliwanow von der Bezirksstaatsanwaltschaft Plowdiw sprach im BNT-Programm „Gowori sega“ von einem Versuch, Beweise zu verbergen.
Nach Darstellung des Staatsanwalts wurden mit den Ausweisen fiktive Aufnahmen verbucht: Patienten seien mit einem ausgedruckten Blatt aufgenommen und nach etwa einem Tag entlassen worden, damit die Station stets voll erscheine. Die Daten stammten teils von Verwandten, Bekannten, Kollegen oder Nachbarn, die zum Teil nichts davon wussten. In einem Fall sei einem Patienten zusätzlich Blut abgenommen und einem fiktiven Krebspatienten zugeordnet worden. Vor Ort fanden die Ermittler 15 leere Betten – und 15 in den Protokollen geführte, aber fehlende Patienten.
Was die Klinikleitung wusste, sei derzeit nicht belegt, sagte Pehliwanow. Die Beweise stützten sich auf Geständnisse und Zeugenaussagen, die über mehrere Monate gesammelt worden seien; das Schema habe stets nach demselben Muster funktioniert. Das Verfahren läuft, für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
