Reederverband: Hoheitsgewässer sicher – IMO will Kurse für Seeleute anpassen
Laut Reederverband sind Versicherungen nicht teurer geworden, ein Seerechtsanwalt widerspricht. Die IMO will die Ausbildung an Drohnenangriffe anpassen.

Symbolbild · Foto: Alexey Komarov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Vorsitzende des Bulgarischen Reederverbands, Kapitän Alexander Kaltschew, hat im BNT-Studio Befürchtungen über die Folgen der Drohnenangriffe für die bulgarische Schifffahrt zu dämpfen versucht. Die Versicherungen seien nicht teurer geworden, sagte er. Die bulgarischen Hoheitsgewässer, etwa zwölf Meilen von der Küste, seien sicher. Schiffe nach Warna und Constanța könnten praktisch innerhalb der Hoheitsgewässer fahren; eine Zusatzversicherung gegen Kriegsrisiken, die meist 1 bis 2 Prozent ausmache, sei dann nicht zwingend nötig.
Das Joint War Committee der Versicherer hatte das Schwarze Meer am 16. September zum Kriegsrisikogebiet erklärt – mit Ausnahme der Hoheitsgewässer Bulgariens, Rumäniens, der Türkei und Georgiens. Ihm sei kein getroffenes Schiff bekannt, das bulgarische oder rumänische Häfen ansteuerte, sagte Kaltschew. Er warnte aber, seriöse Reeder mieden das Gebiet zunehmend, sodass ältere Schiffe ohne Einhaltung des Seearbeitsübereinkommens fahren. Der Seerechtsanwalt Christo Rajew sagte BNT dagegen, die Prämien würden wegen der Angriffe „riesig“.
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO will laut BNT die Überlebenskurse für Seeleute an neue Bedrohungen wie Drohnenangriffe anpassen. Der geltende Standard stamme etwa aus dem Jahr 2010, sagte Dimitar Wassilew von der Marineakademie „Nikola Wapzarow“ in Warna. Für Änderungen müssten alle 160 Mitgliedstaaten zustimmen. Der Reedereimanager Adrijan Ewtimow warnte, bis 2030 würden weltweit über 39.000 qualifizierte Schiffsoffiziere fehlen.
