Bartholomäus und Daniil feiern Liturgie in der Newski-Kathedrale – Protest zum Auftakt
Am zweiten Besuchstag zelebrieren die Patriarchen in Sofia. Zum Empfang protestierten Dutzende Gegner. Bartholomäus: Zar Samuils Gebeine gehören Bulgarien.

Archivbild · Foto: Rasal Hague / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Am zweiten Tag seines Bulgarien-Besuchs feiert der Ökumenische Patriarch Bartholomäus am heutigen Sonntag gemeinsam mit dem bulgarischen Patriarchen Daniil eine feierliche Liturgie in der Patriarchenkathedrale Alexander Newski in Sofia. Anschließend ist ein Gebet am Grab des verstorbenen Patriarchen Neofit geplant. Höhepunkt des dreitägigen Besuchs ist am Montag, dem Festtag des heiligen Iwan Rilski, ein Gottesdienst im Rila-Kloster. Anlass sind 1150 Jahre seit der Geburt und 1080 Jahre seit dem Tod des Heiligen.
Zum Empfang im Synodalpalast am Samstag hatten sich Dutzende Demonstranten versammelt. Auf Plakaten stand „Bartholomäus, du bist nicht willkommen“ und „Ketzer und Ökumenist“. Kritiker werfen ihm vor, mit der Gründung der Orthodoxen Kirche der Ukraine die Spaltung der Orthodoxie vertieft zu haben. Daniil nannte das Patriarchat von Konstantinopel „Mutterkirche für uns“; Bartholomäus sagte, die kirchliche Einheit bleibe eine ständige Aufgabe.
Zur Übergabe der Gebeine von Zar Samuil durch Griechenland an Bulgarien sagte Bartholomäus, Griechenland habe richtig gehandelt, denn sie gehörten Bulgarien. Er sprach von einem Schritt zu Gerechtigkeit und Verständigung. Die Gebeine waren laut NOVA am 3. Oktober mit militärischen Ehren in der Sofioter Kirche Sweta Sofia beigesetzt worden. Am Samstagabend eröffneten die beiden Patriarchen im Kulturpalast NDK die Ausstellung „Heiliger Berg in Sofia“ über den Athos.
