Max Richter – „While The Flood Rages“ im Test: Hoffnung inmitten der Zerstörung
Der Komponist macht aus seiner Ballettmusik nach Margaret Atwoods „MaddAddam“-Trilogie ein eigenständiges Album. The Line of Best Fit vergibt 8 von 10 Punkten.
Foto: Henry W. Laurisch / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video zur Single: YouTube · Max Richter · youtube.com
Single: Now We Can Sing
Max Richter hat am 16. Oktober „While The Flood Rages“ bei Decca veröffentlicht. Grundlage ist seine Musik zum Ballett „MaddAddam“ des Choreografen Wayne McGregor nach Margaret Atwoods gleichnamiger Romantrilogie – ein Auftragswerk des National Ballet of Canada und des Royal Opera House. Die 15 Stücke in drei Akten handeln von ökologischer Krise, technologischer Beschleunigung und menschlicher Nähe. „Ich habe das Material auseinandergenommen und einen Verlauf geschaffen, der allein beim Hören Sinn ergibt“, sagte Richter laut seinem Label.
The Line of Best Fit vergibt 8 von 10 Punkten. Kritiker Ray Honeybourne hört eine Welt, die von Industrie und Kommerz verschlungen wird – und darin Hoffnung auf eine neue Menschheit. „Wave After Wave“ eröffne mit einer düsteren Variante von Richters „Europe, After the Rain“, das Titelstück mit einer ruhigen, hoffnungsvollen Klaviermelodie; in „Oh Let Me Not Be Proud“ verbinden sich Chor und Elektronik. Den Schluss bildet die Single „Now We Can Sing“ mit großem Orchester-Crescendo. Das Magazin Clash nennt das Album „typically masterful“.
Zum Release gibt es weltweite Hörabende, in Berlin am 23. Oktober im Pastiche, sowie ein limitiertes Kreuzworträtselbuch mit Essays von Anahid Nersessian und Victoria Trumbull.
