Darmbakterien und Kalorien: Bei ballaststoffreicher Kost nimmt der Körper weniger auf
Eine Studie der Arizona State University zeigt: Bei westlicher Kost nahmen Teilnehmer rund 116 Kilokalorien pro Tag mehr auf als bei einer ballaststoffreichen Ernährung.

Symbolbild · Foto: The U.S. Food and Drug Administration / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Wie viel Energie der Körper aus der Nahrung zieht, hängt offenbar auch von den Darmbakterien ab. Forschende der Arizona State University und des Translational Research Institute von AdventHealth in Orlando haben dazu ein Rechenmodell namens DAMM entwickelt. Sie verglichen es mit Messdaten aus einer kontrollierten Ernährungsstudie mit gesunden Erwachsenen. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift „PLOS One“, das Portal ScienceDaily berichtete am 12. Oktober darüber.
In der Studie wurden zwei Speisepläne verglichen: eine Kost reich an Ballaststoffen und resistenter Stärke sowie eine stärker verarbeitete, ballaststoffärmere „westliche“ Kost. Bei der westlichen Variante nahmen die Teilnehmer im Schnitt rund 116 Kilokalorien pro Tag mehr auf. Hungriger fühlten sich die Teilnehmer mit der ballaststoffreichen Kost nach eigenen Angaben nicht. Kurzkettige Fettsäuren, die Mikroben im Dickdarm bilden, lieferten laut Studie im Schnitt etwa 140 Kilokalorien täglich, rund 7,4 Prozent der verwertbaren Energie.
„Verdauung ist nicht nur ein menschlicher Prozess“, sagte die Mitautorin Rosa Krajmalnik-Brown. Das Modell schätzte die Kalorienaufnahme genauer als die übliche Atwater-Methode, die sie meist unterschätzte. Die Autoren betonen jedoch, DAMM sei ein Forschungsrahmen und keine fertige Methode für persönliche Ernährungspläne. Weitere Studien müssten prüfen, ob die Ergebnisse auch für andere Bevölkerungsgruppen, Essgewohnheiten und Darmfloren gelten.
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