Gasspeicher: Reiches Ministerium kann bestellte 8 Terawattstunden nicht begründen
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lässt zusätzlich Gas einspeichern, erklärt aber nicht, warum es genau acht Terawattstunden sind. Die Grünen sprechen von „Würfeln“.

Symbolbild · Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat eine zusätzliche Gaseinspeicherung von 8 Terawattstunden angeordnet, ihr Ministerium kann die Menge aber nicht konkret begründen. Auf eine Anfrage des Grünen-Energiepolitikers Michael Kellner schrieb Staatssekretär Frank Wetzel, die Entscheidung sei eine Abwägung zwischen Versorgungssicherheit und möglicher Marktverzerrung. Er beschrieb sie als „einen begrenzten Eingriff in den Markt“, wie die Nachrichtenagentur dts berichtet.
„Frau Reiche würfelt anscheinend“, kommentierte Kellner. Die 8 TWh entsprächen etwa 3 Prozent der gesamten Speicherkapazität und reichten nicht, um das Ziel von rund 70 Prozent Füllstand zum 1. November zu erreichen. Nach Kellners Darstellung hätte ein Handeln im Sommer mehr als 150 Millionen Euro gespart. Ein Ministeriumssprecher entgegnete: „Der Verlauf der Kampfhandlungen ist nicht vorhersehbar“ – ebenso wenig die Preisentwicklung.
Laut Bundesnetzagentur sind die Speicher zu 59,4 Prozent gefüllt und damit deutlich weniger als in den Vorjahren. Eine akute Gefahr für die Versorgung im Winter sieht die Behörde dennoch nicht, da die Gasimporte stabil seien. Reiche hatte sich lange gegen staatliche Eingriffe gesträubt, weil sie Preissprünge fürchtete, sollte das Kaufinteresse des Staates bekannt werden.
