19 Prozent mehr Kapazität ohne neue Frequenzen: Virgin Media O2 testet KI-Funkstation
An der Londoner Zentrale des Netzbetreibers schätzt eine Nokia-Basisstation mit Nvidia-Grafikchip die Funkkanäle per KI ab. VMO2 spricht von einem frühen Versuch mit Luft nach oben.

Symbolbild · Foto: Ashley Dace / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der britische Netzbetreiber Virgin Media O2 (VMO2) hat an einem Vorführstandort an seiner Londoner Zentrale eine Mobilfunkstation mit lernenden Algorithmen ausgestattet. In der Basisstation von Nokia steckt eine Karte mit einem Grafikprozessor von Nvidia. Die Software schätzt die Qualität der Funkkanäle ab und passt sich etwa jede Millisekunde an, wenn sich Nutzer bewegen und sich dadurch die Signalwege ändern.
Das Ergebnis laut dem Fachportal The Mobile Network: 19 Prozent mehr Kapazität, ohne dass am Mast zusätzliche Frequenzen nötig waren. „Das ist ein erster Versuch, wir erwarten, noch deutlich mehr herauszuholen“, sagte Rob Joyce, bei VMO2 Direktor für die Technik des Mobilfunkzugangs. Ein Grafikchip sei dafür nicht zwingend nötig; Joyce verwies auch auf die Chips von Ericsson und dessen eigene KI-Pläne.
Nach Joyces Einschätzung eignen sich dezentral aufgebaute Funknetze besser für solche Gewinne als zentralisierte Lösungen, die hohe Anforderungen an die Zubringerleitungen stellen. Auch die Deutsche Telekom hatte im Oktober von Labortests mit Nokia und Nvidia berichtet: Dort steigerte eine KI-gestützte Kanalschätzung den Durchsatz im Uplink um 10 bis 15 Prozent.
