Frankreich: Präsidentschaftskandidat Édouard Philippe wird „unterstützter Zeuge“
Die Ermittlungen in Le Havre betreffen mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Gelder und Günstlingswirtschaft. Der Status wiegt leichter als eine Anklage – sein Anwalt spricht von einer günstigen Entscheidung.

Archivbild · Foto: Ksiamon / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der frühere französische Premierminister und Bürgermeister von Le Havre, Édouard Philippe, Präsidentschaftskandidat der Partei Horizons, ist am Donnerstag von zwei Untersuchungsrichtern für Finanzdelikte vernommen worden. Er erhielt den Status eines „unterstützten Zeugen“ (témoin assisté) in Ermittlungen wegen mutmaßlicher Veruntreuung öffentlicher Gelder, Günstlingswirtschaft und Mobbing am Arbeitsplatz im Gemeindeverband Le Havre, dem er vorsteht.
Der Status kann sich noch ändern, wiegt aber weniger schwer als eine förmliche Beschuldigung. Ausgangspunkt ist eine Anzeige einer früheren Mitarbeiterin bei der nationalen Finanzstaatsanwaltschaft. Es geht um die Führung der „Cité numérique“ durch den Verein LH French Tech und um den Verdacht, Vergaberegeln seien umgangen worden.
Philippes Anwalt Emmanuel Marsigny sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Politiker begrüße „diese günstige Entscheidung“, die bestätige, dass ihm in der Sache „nichts vorzuwerfen“ sei. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
