Indien verliert an Schwung: Ökonomen erwarten 7,1 Prozent Wachstum – teures Öl belastet
Nach einer Reuters-Umfrage flaut das Wachstum nach starkem Start ins Fiskaljahr ab. Die Inflation bleibt über dem Ziel, zwei weitere Zinserhöhungen werden erwartet.

Symbolbild · Foto: Sohel Patel / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)
Indiens Wirtschaft dürfte nach einem starken Start ins Fiskaljahr an Schwung verlieren. Das geht aus einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen hervor, die vom 19. bis 26. Oktober lief und am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die mittlere Prognose für das Wachstum im Fiskaljahr 2026/27, das Ende März 2027 endet, liegt bei 7,1 Prozent nach 7,7 Prozent im Vorjahr. Für 2027/28 erwarten die Volkswirte 7,0 Prozent.
Größter Belastungsfaktor ist das Öl: Die Terminpreise liegen bei rund 116 Dollar je Barrel und damit etwa 60 Prozent über dem Niveau vor dem Krieg. Die Inflation soll im laufenden Quartal durchschnittlich 6,1 Prozent betragen und mindestens bis Ende 2027 über dem mittelfristigen Ziel der Notenbank von 4 Prozent bleiben. Die Reserve Bank of India hat die Zinsen bereits einmal angehoben; die Befragten erwarten zwei weitere Erhöhungen auf 6,0 Prozent bis Ende März.
Kunal Kundu von der Société Générale warnt vor der Gefahr, dass sich der Preisdruck „festsetzt“. Indranil Pan, Chefvolkswirt der Yes Bank, sagte, schon der Umfang staatlicher Hilfen zeige ihm, dass „nicht alles in Ordnung“ sei. Laut der Umfrage wuchsen die privaten Investitionen im Quartal bis Juni allerdings um fast 12 Prozent; zudem hatten Ökonomen Indiens Wachstum in 10 der vergangenen 12 Quartale unterschätzt.
