Studie: Kinder mit viel hochverarbeiteter Kost reagieren stärker auf Essensbilder
Eine kleine US-Studie mit 46 Kindern verknüpft hochverarbeitete Lebensmittel mit stärkeren Reaktionen im Belohnungssystem, die mit mehr Körperfett ein Jahr später einhergingen. Ursache und Wirkung belegt sie nicht.

Symbolbild · Foto: Tony Webster from Minneapolis, Minnesota, United States / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Kinder, die viele hochverarbeitete Lebensmittel essen, reagieren im Hirnscan stärker auf Bilder von appetitlichem Essen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Keck School of Medicine der University of Southern California, die am 23.10.2026 in der Fachzeitschrift JAMA Network Open erschien; das australische Portal International Business Times berichtete am 24.10.2026. Untersucht wurden 46 normalgewichtige Kinder zwischen 7 und 10 Jahren (Durchschnitt 8,7 Jahre) aus der Langzeitstudie BrainChild. Was die Kinder aßen, wurde über zwei 24-Stunden-Ernährungsbefragungen erfasst und nach dem NOVA-System eingeordnet. Im Schnitt stammten 67,7 Prozent ihrer täglichen Kalorien aus hochverarbeiteten Produkten.
Während einer funktionellen Magnetresonanztomografie sahen die Kinder Bilder etwa von Keksen und Pommes frites. Wer mehr hochverarbeitete Lebensmittel aß, zeigte laut Studie eine stärkere Aktivität im dorsalen Striatum, einer Hirnregion, die mit Belohnung und Motivation in Verbindung gebracht wird. Eine stärkere Reaktion dort ging wiederum mit einem höheren Anstieg von BMI und Körperfettanteil nach einem Jahr einher. Berücksichtigten die Forschenden die Hirnreaktion, schwächte sich der Zusammenhang zwischen Ernährung und BMI-Anstieg um 31 Prozent ab, der mit dem Körperfettanteil um 44 Prozent. Die Studie gehe über die bloße Erkenntnis hinaus, dass hochverarbeitete Lebensmittel die Gewichtszunahme beeinflussen, sagte Seniorautorin Kathleen A. Page laut Pressemitteilung.
Die Autorinnen und Autoren nennen selbst deutliche Grenzen: Die Stichprobe ist klein, das Gehirn wurde nur einmal gescannt, die Ernährung beruht auf eigenen Angaben, und untersucht wurden nur normalgewichtige Kinder. Als Beobachtungsstudie kann die Arbeit nicht zeigen, dass hochverarbeitete Lebensmittel die Hirnreaktion oder die Gewichtszunahme verursachen. Der direkte Zusammenhang mit BMI und Körperfett war statistisch nicht signifikant, und nach Berücksichtigung von zugesetztem Zucker war auch die Verbindung zur Hirnreaktion nicht mehr signifikant. Page plant laut USC eine Interventionsstudie mit weniger verarbeiteten Lebensmitteln. Fragen zur Ernährung des eigenen Kindes gehören in die Kinderarztpraxis oder zu einer Ernährungsfachkraft.
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