Quantenrechner made in Germany: Projekt QSolid zieht Bilanz – 30-Qubit-System im Test
26 Partner, mehr als 75 Millionen Euro: Das Jülicher Verbundprojekt QSolid hat ein 10-Qubit-System für Nutzer geöffnet und testet nun einen Rechner mit 30 Qubits.

Symbolbild · Foto: OJB Quantum / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das deutsche Verbundprojekt QSolid („Quantencomputer im Festkörper“) geht nach knapp fünf Jahren zu Ende. Unter Koordination des Forschungszentrums Jülich haben seit Januar 2022 insgesamt 26 Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups an supraleitenden Quantenprozessoren gearbeitet; das Budget lag bei mehr als 75 Millionen Euro. Das Projekt gehört zum Programm „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ des Bundesforschungsministeriums.
Ziel war ein Quantenchip mit 30 Qubits und niedrigen Fehlerraten. Ein System mit 10 Qubits ist laut Jülich getestet und für Nutzer zugänglich, ein 30-Qubit-System wird derzeit getestet – mit „vielversprechenden Ergebnissen“. „In QSolid haben wir wichtige methodische Fortschritte erzielt, insbesondere bei der Gattergeschwindigkeit“, sagt Koordinator Frank Wilhelm-Mauch. Als Demonstration simulierten die Partner Spinresonanz-Prozesse, wie sie in der chemischen Analytik und der Magnetresonanztomografie genutzt werden.
Erste Ergebnisse gehen in die Industrie: HQS Quantum Simulations nennt ein bereits eingesetztes Produkt für NMR-basierte Materialanalyse, Zurich Instruments nutzt die Erfahrungen für seine nächste Generation von Quantensteuerungen. Das Leibniz-IPHT in Jena will seine Fertigungsprozesse für supraleitende Qubits in das Angebot der FLUXONICS Foundry einbringen. Zur Abschlussveranstaltung treffen sich die Partner vom 27. bis 29. Oktober in Jülich.
