Falscher Football-Profi: Mann soll Frauen per Dating-App um 1,3 Mio. Dollar gebracht haben
Er soll sich als Spieler der San Francisco 49ers oder als reicher Immobilieninvestor ausgegeben haben: In Oregon steht ein 35-Jähriger wegen Liebes- und Anlagebetrugs an 26 Frauen vor Gericht.

Archivbild · Foto: Carol M. Highsmith / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Ein Fall von Liebes- und Anlagebetrug beschäftigt die US-Bundesjustiz in Oregon. Eine Grand Jury hat einen 35-jährigen Mann aus Kalifornien wegen Verschwörung zum Betrug per Telekommunikation („wire fraud“) angeklagt, wie die Sender KPTV und KPIC am 14. Oktober 2026 unter Berufung auf die Bundesstaatsanwaltschaft für den Bezirk Oregon berichteten. Vor dem Bundesgericht in Portland plädierte er auf nicht schuldig; er bleibt bis zum Prozess in Haft, der für den 15. Dezember 2026 angesetzt ist. Festgenommen worden war er laut Gray News bereits am 24. August am Flughafen von Boise im US-Bundesstaat Idaho – zusammen mit einem 18-jährigen mutmaßlichen Komplizen.
Laut Anklage soll der Mann Frauen über Dating-Apps und soziale Netzwerke kontaktiert und sich als Spieler der San Francisco 49ers, als früherer NFL-Profi oder als wohlhabender Immobilieninvestor ausgegeben haben. Er habe den Frauen eine gemeinsame Zukunft in Aussicht gestellt und sie dann zu angeblich hochverzinsten Geldanlagen gedrängt, etwa einem „expedited account“; der Komplize soll dabei den Finanzberater gespielt haben. Mit Handy-Apps seien gefälschte Konto- und Depotstände erzeugt worden. Das Geld sei für Reisen, Luxusautos, Kleidung und Schmuck ausgegeben worden; einige Frauen seien gedrängt worden, Kredite aufzunehmen. Laut Finanzunterlagen geht es um 26 Frauen in Oregon, Washington, Kalifornien und Idaho und rund 1,3 Millionen Dollar. Keines der bekannten Opfer habe Geld zurückerhalten. Eine Frau, die den Mann 2024 über Bumble kennengelernt hatte, sagte KPTV über das erste Treffen: „Within five minutes I knew I wasn't going to see him again.“
Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Bundeshaft, drei Jahre Bewährungsaufsicht und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar. Die Ermittler gehen davon aus, dass es weitere Betroffene geben könnte, und bitten über die FBI-Hotline um Hinweise. Der Fall zeigt ein bekanntes Muster: Betrüger verbinden eine vorgetäuschte Romanze mit vermeintlich lukrativen Investments – und brechen den Kontakt ab, sobald kein Geld mehr fließt oder Fragen gestellt werden.
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