Großbritannien: Neue Abo-Regeln sollen das Kündigen bei Dating-Apps erleichtern
Ab Januar 2027 müssen Anbieter wie Tinder, Bumble oder Hinge vor Verlängerungen erinnern und Online-Kündigungen ermöglichen. Die Branche fordert Klarheit bei Erstattungen.

Symbolbild · Foto: Santeri Viinamäki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Großbritannien gelten ab dem 1. Januar 2027 neue Regeln für Abonnements, die auch kostenpflichtige Mitgliedschaften in Dating-Apps wie Tinder, Bumble und Hinge betreffen. Am 19. Oktober wurde der Entwurf der „Consumer Subscription Contracts (Cancellation and Information) Regulations 2026“ beiden Parlamentskammern vorgelegt; dazu kommen Entwürfe für Leitlinien. Grundlage ist das Gesetz über digitale Märkte, Wettbewerb und Verbraucher (Digital Markets, Competition and Consumers Act) von 2024. Die Regeln gelten für Verträge, die ab dem Stichtag geschlossen werden.
Anbieter müssen vor Vertragsschluss klar über Preise, Verlängerungstermine und Kündigungsrechte informieren und rechtzeitig erinnern, bevor ein kostenloser oder vergünstigter Testzeitraum endet oder sich bestimmte längere Abos automatisch verlängern. Wer online abschließt, muss auch online kündigen können. Zur bestehenden 14-tägigen Widerrufsfrist kommt eine weitere 14-tägige Frist nach dem Ende von Testphasen und nach bestimmten Verlängerungen, etwa von Jahresabos. Fehlen die vorgeschriebenen Informationen zum Widerrufsrecht, kann sich die Frist laut dem Branchenportal Global Dating Insights um bis zu zwölf weitere Monate verlängern.
Durchsetzen soll die Regeln vor allem die Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde CMA. Sie will sich nach Angaben der Kanzleien Lewis Silkin und Gowling WLG in den ersten Monaten darauf konzentrieren, Unternehmen bei der Umsetzung zu helfen, und vor allem gegen grobe Verstöße vorgehen. Der Branchenverband Online Dating and Discovery Association (ODDA) verlangt Klarheit, wie Erstattungen funktionieren, wenn Nutzer vor der Kündigung bereits Premium-Funktionen genutzt haben: Die Regeln erlauben „verhältnismäßige Abzüge“ für bereits erbrachte Leistungen – wie diese bei Dating-Abos zu berechnen sind, ist laut dem Verband offen.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
Quellen
- Global Dating Insights: „UK Tightens Subscription Rules for Dating Apps“ (23.10.2026)
- Gowling WLG: „The countdown is on: new DMCCA subscription rules landing in January 2027“ (21.10.2026)
- Lewis Silkin: „UK government publishes draft guidance and regulations for new subscription contracts regime“ (21.10.2026)
