Mieten 4,5 Prozent teurer: Laut IW treten die Kaufpreise dagegen auf der Stelle
Steigende Zinsen treiben laut Institut der deutschen Wirtschaft mehr Haushalte in den Mietmarkt. Die Mieten zogen im dritten Quartal bundesweit um 4,5 Prozent an, in Hamburg fast 7 Prozent.

Symbolbild · Foto: GFreihalter / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Für Mieterinnen und Mieter in Deutschland wird Wohnen weiter teurer. Laut dem am 23.10.2026 veröffentlichten Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) lagen die Mieten im dritten Quartal 2026 bundesweit 4,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. In den Metropolen stiegen sie mit 3,8 Prozent etwas langsamer, im Umland der Großstädte mit 5,2 Prozent schneller. Ausreißer ist Hamburg mit einem Plus von 6,8 Prozent; in Köln waren es laut Reuters 5,3 Prozent, in Essen 4,9 Prozent. Seit 2022 sind die Mieten nach IW-Daten in Berlin um 29,5 Prozent gestiegen, so stark wie in keiner anderen untersuchten Großstadt.
Ganz anders entwickeln sich die Kaufpreise. Eigentumswohnungen waren bundesweit nur 0,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Ein- und Zweifamilienhäuser 0,4 Prozent. In den sieben größten Städten sanken die Wohnungspreise sogar leicht, am stärksten in Stuttgart mit minus 3,9 Prozent, gefolgt von Berlin mit minus 2,0 Prozent. Insgesamt liegen die Kaufpreise laut IW gut zehn Prozent unter dem Höchststand von 2022. Grund sind die gestiegenen Finanzierungskosten: Ein Kredit über 300.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung kostete laut der Studie Anfang 2026 rund 1450 Euro im Monat, inzwischen etwa 1600 Euro.
„Hohe Zinsen treiben zahlungskräftige Haushalte zurück auf den Mietmarkt“, sagte IW-Ökonom Michael Voigtländer. Weil zugleich die Baukosten steigen, dürfte der Neubau gebremst werden, was die Mieten weiter treibt, erwarten die Studienautoren Pekka Sagner und Voigtländer. Voigtländer fordert, der Staat solle gegensteuern, „etwa mit Bürgschaften für private Immobilienkredite“. Das IW ist ein arbeitgebernahes Forschungsinstitut.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
