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Preisvergleich: Weißkäse und Milchprodukte in Sofia teurer als in Berlin

Derselbe Weißkäse derselben Marke kostet laut einem bTV-Test in Sofia 10,99 Euro, in Berlin 9,99 Euro. Die Verbraucherschutzkommission KZP fand bei Milchprodukten Handelsaufschläge bis 135 Prozent.

Symbolbild: Bulgarischer Salzlakenkäse an einem Verkaufsstand in Sofia

Symbolbild · Foto: Apostoloff / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Milchprodukte sind in Bulgarien teils teurer als in Deutschland. Das zeigt ein Preistest des bulgarischen Senders bTV vom 23.10.2026 in Supermärkten in Sofia und Berlin. Eine 800-Gramm-Packung Weißkäse in Salzlake (Sirene) derselben Marke und derselben Handelskette kostete in Sofia 10,99 Euro, in Berlin 9,99 Euro. Ein Korb aus vier Produkten – ein Kilo Joghurt, Butter, Weißkäse und ein Liter Frischmilch – kam in Sofia auf 18,69 Euro, in Berlin auf 16,26 Euro, also 2,43 Euro weniger. In Berlin kostete ein Kilo Joghurt 2,89 Euro, ein Liter Milch 1,59 Euro und 250 Gramm Butter im Angebot 1,79 Euro. Die Handelskette beantwortete eine Anfrage von bTV nicht.

Hintergrund sind Kontrollen der bulgarischen Verbraucherschutzkommission KZP. Nach deren Angaben, über die bTV am 20.10.2026 berichtete, schlugen große Handelsketten bei Butter bis zu 135 Prozent auf, bei Frischmilch 68 bis 99 Prozent, bei Weißkäse 53 bis 95 Prozent und bei Kaschkawal 75 bis 99 Prozent. Übliche Aufschläge in der EU, etwa in Deutschland, lägen zwischen 15 und 25 Prozent, sagte KZP-Chefin Maya Manolova. Im bTV-Bericht vom 23.10. ergänzte sie: „Wegen dieser Aufschläge kommt es zu dem Paradox, dass ein und dasselbe Produkt in Sofia teurer ist als in Berlin.“ Mutmaßlich diskriminierendes Verhalten gegenüber Lieferanten will die KZP an die Wettbewerbsbehörde KZK melden; können Händler Preiserhöhungen nicht begründen, drohen laut KZP Strafen von 10.000 bis 100.000 Euro pro Produkt.

Der Handel widerspricht. Weder Aufschlag noch Bruttomarge bedeuteten Reingewinn für den Händler, erklärte der Verband für modernen Handel (SMT); die Gewinne in Bulgarien seien mit dem EU-Durchschnitt vergleichbar. Klare Antworten könnten nur offizielle Daten geben. Der Ökonom Adrian Nikolov verwies laut bTV zudem darauf, dass Milchprodukte in Bulgarien und Griechenland seit Langem vergleichsweise teuer sind, unter anderem wegen knapper Rohmilch; die Schuld allein den Ketten zu geben, sei nicht gerechtfertigt. Der bTV-Vergleich ist eine Stichprobe einzelner Geschäfte und keine amtliche Statistik.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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