Berlin --:--Samstag, 24. Oktober 2026
LIVE
Leben & AlltagNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Leben & Alltag ·

mRNA-Therapie gegen Melanom: Firmen melden 42 Prozent geringeres Rückfallrisiko

Merck (MSD) und Moderna melden Phase-3-Daten: Ihre individuelle mRNA-Therapie plus Keytruda senkte nach Melanom-OP das Risiko für Rückfall oder Tod. Zugelassen ist sie noch nicht.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen.

Foto: Fletcher / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · Associated Press · youtube.com

Eine auf den Tumor jedes einzelnen Patienten zugeschnittene mRNA-Therapie könnte Menschen mit schwarzem Hautkrebs nach der Operation besser vor einem Rückfall schützen. Das melden die Pharmaunternehmen Merck (außerhalb der USA und Kanadas MSD) und Moderna am 22.10.2026 aus der Phase-3-Studie INTerpath-001. Untersucht wurde das experimentelle Mittel intismeran autogene in Kombination mit dem Immuntherapeutikum Keytruda (Pembrolizumab) bei 1137 Patientinnen und Patienten mit vollständig entferntem Melanom der Stadien IIB bis IV. Nach Firmenangaben senkte die Kombination nach im Mittel 24,6 Monaten das Risiko für Rückfall oder Tod um 42 Prozent gegenüber Keytruda allein (Hazard Ratio 0,58; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,45–0,75).

Nach zwei Jahren waren laut den Unternehmen 82,2 Prozent der Behandelten in der Kombinationsgruppe ohne Rückfall, in der Vergleichsgruppe 70,0 Prozent. Das Risiko für Fernmetastasen oder Tod sank um 38 Prozent (Hazard Ratio 0,62; 95-Prozent-KI 0,45–0,85). In den ersten sechs Monaten war die Wirkung laut den Firmen mit Keytruda allein vergleichbar, der Vorteil zeigte sich erst danach. Daten zum Gesamtüberleben sind laut den Firmen noch nicht ausgereift. Für jeden Patienten wird anhand einer Tumorprobe eine eigene mRNA hergestellt, die bis zu 34 tumorspezifische Merkmale (Neoantigene) kodiert und das Immunsystem gegen die Krebszellen trainieren soll. Schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen (Grad 3 bis 5) traten bei 14,2 gegenüber 13,4 Prozent auf; die häufigsten unerwünschten Ereignisse in der Kombinationsgruppe waren Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle und Müdigkeit.

„Die Ergebnisse von INTerpath-001 könnten die Behandlung von Patienten mit Melanom in früheren Stadien grundlegend verändern“, sagte Studienleiterin Georgina Long, medizinische Direktorin des Melanoma Institute Australia. Die Daten sollen auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) 2026 vorgestellt werden und sind laut den Unternehmen zur Veröffentlichung im New England Journal of Medicine angenommen. Es handelt sich um Firmenangaben; eine unabhängige Bewertung steht aus. Zugelassen ist die Therapie bislang nicht – Merck und Moderna erklärten, sie stünden mit den Zulassungsbehörden in Kontakt. Über eine Behandlung entscheidet stets das ärztliche Team.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

Mehr aus dem Ressort

← Leben & Alltag