Bildschirm aus Fasern: Singapurer Team webt einen Touchscreen in ein Kleidungsstück
Forschende der National University of Singapore haben einen berührungsempfindlichen Bildschirm aus leuchtenden Fasern in Kleidung integriert. Er übersteht laut Studie 50 Wäschen.

Archivbild · Foto: ZKang123 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Ein Team um Assistenzprofessor Tural Khudiyev von der National University of Singapore (NUS) hat nach eigenen Angaben den ersten Touchscreen in ein Kleidungsstück eingearbeitet. Die Studie erschien am 21. Oktober im Fachjournal Nature. Das Display besteht aus 54 rund einen Millimeter dicken Fasern mit je 96 LEDs. Daraus ergibt sich eine Fläche von 168 mal 105 Millimetern mit 96 × 54 Bildpunkten, die Videos mit 30 Bildern pro Sekunde zeigt.
Insgesamt stecken mehr als 5.000 Chips und über 20.000 elektrische Verbindungen im Gewebe. Weil jede Faser einen eigenen Steuerkanal hat, fällt bei einem Defekt nicht das ganze Display aus, und mehrere Berührungen gleichzeitig werden erkannt. Weitere Fasern enthalten Mikrofon, Lautsprecher und Sensoren etwa für Bewegung, Temperatur und Helligkeit.
Nach 50 Wäschen mit Waschmittel und 1.000 Biegungen um einen Radius von fünf Millimetern blieben Leuchtkraft und Touch-Reaktion laut Team nahezu unverändert, die Atmungsaktivität sei mit Baumwolle, Polyester und Denim vergleichbar. Als besonders vielversprechendes Einsatzfeld nennt Khudiyev die Gesundheitsversorgung.
