Leerstand in Bulgarien: Experte schätzt 230.000 unbewohnte Wohnungen allein in Sofia
Trotz sinkender Verkaufszahlen steigen die Preise weiter. Immobilienexperte Martin Srebrow fordert eine Steuer auf leerstehende Wohnungen – sie könnte Angebot auf den Markt bringen.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
In Bulgariens Großstädten stehen nach Einschätzung des Immobilienexperten Martin Srebrow Hunderttausende Wohnungen leer. Allein in Sofia seien es rund 230.000, in Sofia, Plowdiw, Warna und Burgas zusammen etwa 500.000, berichtete das Portal Ruse.news am 8. Oktober. Srebrow spricht sich für eine Steuer auf unbewohnte Immobilien aus: Kämen diese Wohnungen auf den Markt, könnten die Preise sinken. Zugleich fiel die Zahl der Baugenehmigungen in Sofia demnach von rund 21.000 im Jahr 2023 auf 12.000 im Jahr 2025.
Bei den Verkäufen kühlt sich der Markt ab, bei den Preisen kaum. Nach von Tavex ausgewerteten Daten der Registeragentur sank die Zahl der Geschäfte im dritten Quartal in Sofia um 21,2 Prozent, in Warna um 26,3 und in Nessebar um 37 Prozent. Zweizimmerwohnungen kosteten laut Daten der Maklerfirma ADRES je Quadratmeter dennoch zwischen 3 Prozent (Sofia) und 23 Prozent (Plowdiw) mehr als ein Jahr zuvor. Landesweit stieg der Anteil kreditfinanzierter Käufe von 29 auf 37 Prozent, wie Ruse.news am 6. Oktober berichtete.
„Solange die Arbeitslosigkeit niedrig ist, werden die Immobilienpreise nicht fallen“, sagte Srebrow. Der Investor Iwo Dimowski spricht von einer Normalisierung nach außergewöhnlich starken Jahren, nicht von einer Krise. Er erwartet 2026 landesweit 65.000 bis 70.000 Wohnungsgeschäfte, nach dem Höchststand von 94.000 bis 95.000 im Jahr 2024. Für 2027 und 2028 rechnet er mit finanziellen Schwierigkeiten bei kleineren und mittleren Bauträgern, die auf Vorverkäufe angewiesen sind.
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