Spionagechip in Krypto-Wallets: Ledger bestätigt Angriff über die Lieferkette
In Geräten eines Händlers aus Malaysia steckte ein versteckter Chip, der geheime Wiederherstellungswörter per Mobilfunk verschickte. Forscher schätzen den Schaden auf bis zu 93 Mio. Dollar.

Symbolbild · Foto: Gareth Halfacree from Bradford, UK / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der französische Hersteller Ledger hat bestätigt, dass in manipulierten Hardware-Wallets ein fremder Chip verbaut war. Betroffen sind nach Unternehmensangaben Geräte, die über den südostasiatischen Händler CryptoBilis verkauft wurden. Der Chip saß im Gehäuse und las beim Einrichten die 24 Wiederherstellungswörter vom Display ab. Anschließend schickte er sie über eine eSIM per LTE-Mobilfunk an die Angreifer. Wer diese Wörter kennt, kann die Wallet anderswo nachbauen und das Guthaben abziehen.
Das eigentliche Sicherheitselement und die Software blieben laut Ledger unverändert – das Unternehmen spricht von einem physischen Angriff auf die Lieferkette. Blockchain-Analysten schätzen die Verluste auf bis zu 93,2 Millionen Dollar aus mehr als 300 Wallets, Ledger selbst nennt keine Zahl. Nach Angaben von Ledger hat auch MediaMarkt Saturn den Verkauf seiner Geräte gestoppt, nachdem ein Kunde in Deutschland einen mutmaßlichen Spionagechip gemeldet hatte.
Ledger rät Käufern von CryptoBilis-Geräten, diese nicht in Betrieb zu nehmen. Wer ein solches Gerät bereits nutzt, solle die Guthaben auf ein neues Gerät mit neu erzeugten Wiederherstellungswörtern übertragen. Die eingebaute Echtheitsprüfung erkennt solche Zusatzchips laut BleepingComputer nicht. Technikchef Charles Guillemet erklärte, Ledger überprüfe die Kontrollen bei Wiederverkäufern und den Schutz vor Manipulationen.
