Anthropic will Präsidentschaftskandidaten für 2028 in KI-Fragen schulen
Ein eigenes Team soll Bewerber beider großen US-Parteien zu KI beraten und die politischen Spenden der Firma steuern. Kritiker sehen darin vor allem Lobbyarbeit.

Archivbild · Foto: UK Prime Minister (Simon Walker / No 10 Downing Street) / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das KI-Unternehmen Anthropic baut vor der US-Präsidentschaftswahl 2028 ein Programm für den Kontakt zu Kandidaten auf. Das berichtete das Magazin „Fortune“ am 8. Oktober unter Berufung auf eine Stellenausschreibung. Ein internes Team soll mit Bewerbern beider Parteien direkt zu KI-Themen arbeiten, die Firmenleitung bei ihrer politischen Strategie unterstützen und das Programm für politische Spenden führen.
Für die Leitung sucht Anthropic eine Person mit mindestens zwölf Jahren Erfahrung in Wahlkämpfen oder Parteiorganisationen; das Gehalt liegt laut Ausschreibung bei 295.000 bis 345.000 Dollar im Jahr. In der Ausschreibung heißt es, jeder ernsthafte Kandidat und gewählte Amtsträger beider Parteien solle die Technologie verstehen. Bereits im April hatte Anthropic ein von Mitarbeitern finanziertes politisches Aktionskomitee gegründet.
Bruce F. Freed vom Center for Political Accountability sieht in dem Programm vor allem den Versuch, Regulierung zu beeinflussen oder abzuwehren. Der kalifornische Senator Steve Padilla mahnte: „Bildung und Einflussnahme sind nicht dasselbe.“ Die Öffentlichkeit habe ein Recht zu erfahren, wo das eine ende und das andere beginne.
