Eklat im Kanzleramt: Merz soll Schwesig Zerstörung der Mitte vorgeworfen haben
Laut „Spiegel“ stellte Merz die SPD-Ministerpräsidentin nach der MV-Wahl zur Rede. Schwesig nennt das „unverschämt“ und ließ ihn stehen. Die Regierung äußert sich nicht.

Archivbild · Foto: Dr. Frank Gaeth / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Kurz nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern Ende September soll es im Kanzleramt zu einem scharfen Wortwechsel zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gekommen sein. Nach Berichten von „Spiegel“ und „Tagesspiegel“ warf Merz ihr vor, sie habe Wahlkampf gegen ihn gemacht, und sagte: „Sie haben die demokratische Mitte zerstört.“ Regierungskreise in Mecklenburg-Vorpommern bestätigten die Szene dem „Tagesspiegel“.
Schwesig wies die Vorwürfe zurück und ließ den Kanzler laut „Spiegel“ stehen. Dem „Spiegel“ sagte sie: „Das ist kein sachlicher Umgang miteinander. Das lasse ich mir nicht bieten, weder als Ministerpräsidentin noch als Frau.“ Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte die Szene weder noch dementierte er sie; der Kanzler wahre die Vertraulichkeit von Vier-Augen-Gesprächen.
Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern kam die SPD auf 35,5 Prozent, die CDU scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Der Bericht fällt in eine Phase wachsender Spannungen in der schwarz-roten Koalition. Das CDU-Präsidium berät am Sonntag und Montag über die Lage der Partei.
