Angriffe im Schwarzen Meer: Ökonomen warnen vor höheren Kosten für Bulgariens Handel
Nach Drohnenangriffen auf Frachter im Schwarzen Meer steigen laut Ökonomen Fracht- und Versicherungskosten. Sie fürchten höhere Preise und Nachteile für Landwirte und Häfen.

Archivbild · Foto: Alexey Komarov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nach den Drohnenangriffen auf zwei Handelsschiffe in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone am 6. Oktober wächst die Sorge um den Seehandel. Einen großen wirtschaftlichen Schock sehen Ökonomen derzeit zwar nicht, die Risiken für Unternehmen nähmen aber zu. Der Politiker und Ökonom Kuzman Iliev sagte im Sender NOVA: „Seit August haben sich die Versicherungsprämien verdoppelt.“ Über die Häfen Warna und Burgas laufen nach seinen Angaben rund 20 Millionen Tonnen Güter im Jahr.
Sollten Versicherer das Schwarze Meer als Hochrisiko-Kriegsgebiet einstufen, könnten nach Ilievs Einschätzung Waren und Dienstleistungen teurer werden. Er schlug vor, Bahnstrecken und Autobahnen auszubauen, damit internationale Firmen bei Einschränkungen nicht an bulgarischen Häfen vorbeiplanen. Michail Krastew, Exekutivdirektor der Union für wirtschaftliche Initiative, sagte: „Das Schwarze Meer ist eine Kriegszone, und die Sicherheit ist unzureichend.“ Seit Beginn des Ukraine-Kriegs seien mehr als 200 Schiffe getroffen worden.
Auch der Ökonom Preslaw Rajkow sprach laut der Presseschau der Nachrichtenagentur BTA von höheren Fracht- und Versicherungskosten, der Schiffsverkehr sei bislang aber nicht deutlich zurückgegangen. Nikola Christow, Vorstandsmitglied des Verbands der Schiffsmakler und -agenten, warnte, das militärische Risiko werde am Ende auf die Agrarproduzenten abgewälzt. Sie müssten womöglich zu niedrigeren Preisen verkaufen. „Unsere Produzenten werden am härtesten getroffen“, sagte er.
