Berlin --:--Samstag, 10. Oktober 2026
LIVE
WeltNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Welt ·

Westjordanland: Palästinenser melden 19 Siedlerangriffe auf Olivenernte an einem Tag

Bäume entwurzelt, Bauern verletzt, Fahrzeuge angezündet: Die Olivenernte wird erneut zum Brennpunkt. Israels Verteidigungsminister will laut Siedlerrat Aktivisten von den Feldern fernhalten.

Olivenernte (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Orrling / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Im besetzten Westjordanland ist die Olivenernte erneut von Gewalt überschattet. Eine palästinensische Behörde zählte nach Angaben von Al Jazeera am Freitag mindestens 19 Angriffe israelischer Siedler auf Erntehelfer, Bäume, Vieh und Fahrzeuge. In Qusra seien mehr als 50 Olivenbäume entwurzelt, in Tal Bauern verletzt und ein Auto angezündet worden. In Kafr ad-Dik sei ein Landwirt Berichten zufolge durch Schüsse verletzt worden, in Berin östlich von Hebron sei eine ältere Frau verletzt worden, nachdem Siedler Hunde auf Bauern gehetzt hätten.

Die israelische Organisation Yesh Din registrierte zwischen dem 27. September und dem 6. Oktober 109 mutmaßliche Übergriffe von Siedlern und Soldaten in 75 Ortschaften. In 28 Fällen seien Soldaten am Ort des Geschehens gefilmt oder fotografiert worden. Israelische Kräfte nahmen am Freitag nach palästinensischen Angaben zudem 16 Palästinenser fest, darunter den Direktor der Ibrahimi-Moschee in Hebron.

Nach Angaben des Siedlerrats Yesha hat Verteidigungsminister Israel Katz Schritte eingeleitet, Ausschlussverfügungen gegen Aktivisten zu erlassen, die palästinensischen Bauern bei der Ernte helfen. Sein Büro bestätigte dies zunächst nicht. Das Oberste Gericht hatte im Januar entschieden, solche Verfügungen seien nur bei konkreten Hinweisen auf eine nahezu sichere Gefährdung der öffentlichen Ordnung zulässig.

Mehr aus dem Ressort

← Welt