Bulgarien exportiert 62 Prozent mehr Strom – Solarparks und Batterien als Treiber
Trotz Hitze und Donau-Niedrigwasser ist Bulgarien Netto-Stromexporteur geblieben: 3,5 TWh seit Jahresbeginn. Der Branchenverband APSTE fordert nun mehr Tempo bei der Windkraft.

Symbolbild · Foto: Kecko from Eastern Switzerland / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bulgarien hat seine Netto-Stromexporte in diesem Jahr deutlich gesteigert. Von Jahresbeginn bis Anfang Oktober stiegen sie um 62 Prozent auf 3,5 Terawattstunden, nach 2,16 TWh im Vorjahreszeitraum. Das teilte der Verband für Erzeugung, Speicherung und Handel von Elektrizität (APSTE) am Freitag unter Berufung auf Daten des Netzbetreibers ESO mit. Die Stromerzeugung wuchs um 12,24 Prozent, der Verbrauch um 8,45 Prozent.
Erneuerbare Energien lieferten 11,5 TWh, fast 34 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und machten fast 80 Prozent des Erzeugungszuwachses aus. Besonders stark legten Batteriespeicher zu: Sie speisten bis zum 4. Oktober 1.720 Gigawattstunden ins Netz ein, nach 190 GWh im Vorjahr. Trotz Hitzewellen und niedriger Donau-Pegel, die Kern- und Wasserkraft in der Region einschränkten, blieb Bulgarien in wichtigen Phasen günstiger als die Nachbarmärkte.
Nach Worten von APSTE-Chef Nikola Gazdow erzeugt und speichert Bulgarien immer mehr eigenen Strom. Das bringe wettbewerbsfähigere Preise und mehr Energiesicherheit. Der Verband warnte jedoch, dass die Solarproduktion im Winter sinke, während der Verbrauch steige. Bulgarien müsse deshalb den Ausbau der Windkraft beschleunigen.
