Neue Plastiksteuer: Was Joghurtbecher und PET-Flaschen ab 2027 teurer machen könnte
Die Bundesregierung plant eine Abgabe von 550 Euro je Tonne Plastik in Verpackungen. Laut Umweltministerium würde ein Joghurtbecher nur Bruchteile eines Cents teurer – Kritiker warnen vor Bürokratie.

Symbolbild · Foto: User:Mattes / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Auf Verbraucher in Deutschland kommt voraussichtlich eine neue Steuer zu. Nach einem Bericht von t-online vom 7. Oktober sieht ein Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium von Carsten Schneider (SPD) ein Kunststoffverpackungsteuergesetz vor. Demnach sollen ab Juli 2027 je Tonne Kunststoff in Verpackungen 550 Euro fällig werden; das Gesetz selbst soll bereits zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Regierung rechnet dem Entwurf zufolge mit Einnahmen von 670 Millionen Euro im Jahr 2027 und rund 1,5 Milliarden Euro jährlich ab 2028. Mit der Abgabe soll unter anderem die seit 2021 bestehende EU-Plastikabgabe gegenfinanziert werden.
Für den einzelnen Einkauf fallen die Mehrkosten nach Rechnung des Ministeriums gering aus: Ein Joghurtbecher würde etwa 0,28 Cent teurer, eine große PET-Flasche rund 1,93 Cent. Laut der Fachzeitschrift „Neue Verpackung“ wären auch Verpackungen aus Papier, Pappe, Metall oder Textil steuerpflichtig, sobald ihr Kunststoffanteil 5 Prozent des Gewichts erreicht. Eine Ausnahme für Mehrweg ist demnach nicht vorgesehen, und auch Recyclingkunststoff ist zunächst nicht befreit.
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert das Vorhaben als „Bürokratieprojekt mit ökologischem Etikett“ und fordert, Recycling zu belohnen statt Bürokratie aufzubauen. Das Ministerium beziffert die Bürokratiekosten auf 44 Millionen Euro pro Jahr, Kritiker halten das für zu niedrig. Spanien erhebt laut t-online 450 Euro je Tonne – allerdings nur auf nicht recyceltes Plastik; Italien will eine solche Abgabe 2027 einführen. Der deutsche Satz läge laut t-online über dem EU-Schnitt.
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