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Welttag der psychischen Gesundheit: WHO will Betroffene stärker mitreden lassen

Am 10. Oktober stellt die WHO Menschen mit eigener Krankheitserfahrung in den Mittelpunkt. Ihre Daten zeigen: Nur jedes elfte Land hat die Versorgung ganz auf Hilfe vor Ort umgestellt.

Grafik: Welttag der psychischen Gesundheit: WHO will Betroffene stärker mitreden lassen

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Der heutige Welttag der psychischen Gesundheit steht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter dem Motto „Lived experiences heard: real voices, real change“ – sinngemäß: Erfahrungen Betroffener hören, echte Stimmen, echter Wandel. Die WHO fordert, Menschen mit eigener Erfahrung psychischer Erkrankungen stärker an Politik, Ausbildung und Versorgung zu beteiligen. Laut dem WHO-Mental-Health-Atlas 2024 bezieht bislang nur gut ein Drittel der antwortenden Länder (37 Prozent) Betroffene in die Ausbildung von Fachkräften der Primärversorgung ein. In 45 Prozent der Länder gibt es eine laufende Zusammenarbeit mit Betroffenen- und Angehörigengruppen, in 59 Prozent wurden Gesetze zur psychischen Gesundheit gemeinsam mit ihnen erarbeitet.

Großen Nachholbedarf sieht die WHO bei der Abkehr von großen Einrichtungen. Nach ihren Angaben haben nur etwa 9 Prozent der Länder die Versorgung vollständig von Kliniken und Heimen auf gemeindenahe Angebote umgestellt, rund 53 Prozent stehen am Anfang dieses Wandels. Etwa die Hälfte (49 Prozent) der gemeldeten Aufnahmen in psychiatrische Krankenhäuser erfolgt laut WHO unfreiwillig, 23 Prozent der Aufenthalte dauern länger als ein Jahr. Die Organisation kündigte an, einen praktischen Leitfaden zur Enthospitalisierung vorzulegen.

Wie groß das Thema auch in Deutschland ist, zeigt der Fehlzeiten-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), über den das Institut am 8. Oktober informierte. Demnach stiegen die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen bei AOK-versicherten Beschäftigten von 284 Tagen je 100 Mitglieder im Jahr 2016 auf 403 Tage im Jahr 2025 – ein Plus von knapp 42 Prozent. Ein Krankheitsfall dauerte im Schnitt 28,5 Tage und damit deutlich länger als bei Atemwegserkrankungen (5,7 Tage).

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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