Eurostat: Fast jeder fünfte Beschäftigte in Bulgarien arbeitet für eine Auslandsfirma
Ausländisch kontrollierte Unternehmen beschäftigen in Bulgarien 18,7 Prozent der Arbeitskräfte – mehr als im EU-Schnitt von 15,5 Prozent. In Deutschland sind es 12,1 Prozent.

Symbolbild · Foto: Powerfox / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Bulgarien arbeiten deutlich mehr Menschen für ausländisch kontrollierte Unternehmen als im EU-Durchschnitt. Nach Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat für 2023 beschäftigten solche Firmen 18,7 Prozent der Arbeitskräfte in der gewerblichen Wirtschaft, insgesamt 411.020 Menschen. Das sind 3,2 Prozentpunkte mehr als im EU-Schnitt von 15,5 Prozent. Im Nachbarland Rumänien liegt der Anteil mit 26,9 Prozent noch einmal deutlich höher.
EU-weit stellen ausländisch kontrollierte Unternehmen nur 1,1 Prozent aller Firmen, sie stehen aber für 28,6 Prozent des Umsatzes und 24,0 Prozent der Wertschöpfung. In Luxemburg arbeiten 44,5 Prozent der Beschäftigten für solche Firmen, in der Slowakei 28,0, in Irland 27,6 und in Tschechien 27,5 Prozent. In Deutschland liegt der Anteil bei 12,1 Prozent, in Frankreich bei 11,9 und in Italien bei 9,9 Prozent.
Eurostat erklärt das große wirtschaftliche Gewicht dieser Firmen damit, dass sie im Schnitt deutlich größer sind als einheimische Unternehmen. In Ländern mit starker ausländischer Präsenz konzentriert sich die Beschäftigung häufig auf die Industrie. Als Gründe für den Zufluss ausländischen Kapitals gelten vergleichsweise niedrige Arbeitskosten und die Einbindung in grenzüberschreitende Produktionsketten.
